SAHANAS TAGEBUCH
Ihr Ziel ist klar: Durch die Ausbildung Selbstständigkeit aufbauen, sich kontinuierlich weiterentwickeln und eine Zukunft gestalten, in der sie ihre Familie unterstützt und auch anderen Mädchen neue Perspektiven eröffnet.
Sahana wuchs in einer Familie mit dreizehn Mitgliedern in Humla auf, wo Bildung alles andere als selbstverständlich war. Durch ihren Einsatz und ihre Entschlossenheit schloss sie die Schule dennoch ab, musste ihren Traum von einem naturwissenschaftlichen Studium jedoch aus Geldmangel aufgeben. Mit Unterstützung ihres Umfelds fand sie den Weg zur Female Trekking Guide Training-Ausbildung von EWN in Pokhara. Dort baut sie nun an einer Zukunft als selbstständige Trekkingführerin. Lies hier ihre Geschichte:
Mein Name ist Sahana Budha. Mein dauerhafter Wohnort ist Humla in der Provinz Karnali. Ich bin 24 Jahre alt, und meine Familie besteht aus meinen Eltern, Geschwistern und weiteren Verwandten – zusammen sind wir dreizehn Personen.
Als ich in Klasse 3 war, fragte mich mein Vater, ob ich für mein Studium in die Stadt gehen wolle. Das machte mich glücklich, aber ich hatte auch Angst, weil ich nicht wusste, wie das Leben in der Stadt sein würde. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf. Mein Vater sagte jedoch, dass ich erst nach Klasse 6 gehen würde.
Während Klasse 4 fragte mich mein Vater, ob ich die Prüfung für Klasse 5 früher ablegen wolle. Selbstbewusst sagte ich ja. Das Prüfungszentrum lag vier Stunden von meinem Zuhause entfernt. Ich legte die Prüfung im Bildungsbüro in Simkot, Humla, ab und kehrte danach wieder nach Hause zurück. Einen Monat später kamen die Ergebnisse: Ich hatte bestanden. Danach zog ich in das Himalayan Remote Hostel in Simkot, um dort weiterzulernen. Kurz darauf packte ich meine Sachen und machte mich auf den Weg dorthin. Ich lebte im Hostel, wo die Lehrkräfte und das Personal gut für mich sorgten. Sie mochten mich, wahrscheinlich weil ich eine der Jüngsten war. Ich folgte immer ihren Ratschlägen, und im Gegenzug bekam ich viel Aufmerksamkeit und Unterstützung.
In den Ferien durften meine Freunde und ich nach Hause fahren. Insgesamt lebten 24 Schüler:innen im Hostel, und wir schliefen zu sechst in einem Zimmer. Wir teilten unser Essen und aßen gemeinsam. Schließlich bestand ich meine SLC-Prüfung (Grade 10). Ich bewahre die schönen Erinnerungen an diese Zeit noch heute. Weil ich viele ältere Schwestern hatte, musste ich nicht alle Härten durchleben; als Jüngste wurde ich gut umsorgt.
Als ich in Klasse 11 kam, musste ich meine Heimatregion verlassen und in ein anderes Distrikt ziehen, um zu studieren. Ich war leidenschaftlich an Naturwissenschaften interessiert und hatte entschieden, dass ich ohne ein naturwissenschaftliches Fach gar nicht studieren würde. Selbst als ich krank war, gab ich mein Studium nicht auf. Ich war oft krank, blieb aber dran und bestand schließlich Klasse 12. Ich hatte immer den starken Wunsch, einen Bachelor in Science zu machen, doch wegen der finanziellen Probleme meiner Familie konnte ich nicht weitermachen. Mir wurde klar, dass wir manchmal Träume loslassen müssen, weil die Umstände es nicht zulassen. Ich verstand auch, dass ich meinen Eltern keine Vorwürfe machen konnte; sie hatten ihre eigenen Kämpfe, und es war meine Verantwortung, sie zu unterstützen.
Als ich das Wort „Trekking“ zum ersten Mal hörte, war es völlig neu für mich. Ich fragte mich, was das ist, wie es funktioniert und ob Frauen auch Trekkingführerinnen werden können. Später erfuhr ich durch meinen Onkel mehr darüber und hörte von einem Trainingsprogramm für Trekkingguides. Ich rief EWN an und bekundete mein Interesse. Sie hießen mich willkommen, und nun bin ich hier in Pokhara, um am Female Trekking Guide Training teilzunehmen.
Ich bin sehr glücklich, Teil dieser Ausbildung zu sein. Ich finde sie spannend und freue mich darauf, noch mehr zu lernen. Ich möchte allen, die mir bis zu diesem Punkt geholfen haben, von Herzen danken.
"In Zukunft möchte ich eine erfolgreiche weibliche Trekkingführerin werden und nach Abschluss dieses Trainings auf eigenen Beinen stehen."
